Kirchenorgel

Pfeifen kann man nicht nur mit dem Mund, sondern mit Händen und Füßen!
Wer die „Königin der Instrumente“ spielen lernt, der lernt nicht nur ein Instrument, sondern viele gleichzeitig, je nachdem wie viele Pfeifen (Register) sie hat.
Eine gewöhnliche Orgel hat 20 – 40 Register, in einer Dorfkirche sind es meist 10 – 20. Ein Register besteht aus so vielen Pfeifen wie Töne auf der Tastatur, die man mit den Fingern spielt (Manual) oder der Tastatur, die man mit den Füßen spielt (Pedal) vorhanden sind, also meist im Manual (C-a3) 58 Tasten und beim Pedal (C-f1) 30 Tasten.
Es gibt viele unterschiedliche Varianten davon wie die Pfeife zu ihrem Wind kommt. (Mechanisch, Pneumatisch, Elektrisch, Elektropneumatisch u.s.w.)
Jedes Manual hat eine Windlade, die durch die „Traktur“ verbunden ist. Ein Balg saugt die Luft an, gibt sie durch den Kanal an die Windkammern, auf der die Pfeifen stehen, ab. Als es noch keinen Strom gab, mussten Menschen diesen Balg mit den Füßen, solange gespielt wurde, aufpumpen, nun wird der Balg elektrisch aufgeblasen.
Drückt man nun eine Taste, wird das Ventil unter der Pfeife geöffnet, die Luft strömt durch die Kernspalte hinein, bricht sich entweder an der Kante des Oberlabiums (Lippenpfeifen (Labialpfeifen) 85 Prozent der Pfeifen) oder bringt ein federndes Metallplättchen zum schwingen (Zungenpfeife (Lingualpfeife)), das bringt die Luftsäule im Inneren der Pfeife zum Schwingen.
Bei kurzen Pfeifen schwingt die Luftsäule sehr schnell, dadurch entsteht ein hoher Ton, bei großen Pfeifen schwingt sie langsam, daher klingen diese tief. Daher kommt der Spruch: „die stehen wie die Orgelpfeifen“, denn um alle Töne auf einem Manual spielen zu können, braucht man eine aufsteigende Reihe von kleinen bis großen Pfeifen.
Es gibt auch gedeckte Pfeifen, die oben geschlossen sind und daher eine Oktave tiefer klingen. Bei manchen Orgeln kann man auch auf spanischen Trompeten spielen, diese ragen nach vorne in den Innenraum der Kirche und klingen so festlich wie Trompeten.
Pfeifen werden aus vielen verschiedenen Materialien wie Lindenholz, Eiche, Nadel -, Obsthölzer, Bambus, Kunststoff, Metallmischungen wie Zinn und Blei, Kupfer, Zink, Aluminium, Messing, Porzellan, Eisenblech, hergestellt, durch ihr Material erhält eine Pfeife ihren individuellen silbrigen (z.B. Metall) oder warmen (z.B. Holz) Klang.
Es ist nicht geklärt wann es eine erste Orgel gab. Sicher gibt es sie seit dem 3.Jhd. in Alexandrien, Rom. Cicero und Seneca erwähnte sie.
Zu Beginn wurde sie aufgrund ihrer Lautstärke als Signalinstrument bei Angriffen genutzt, man fand sie im Kaiserpalast, im Zirkus, im Hippodrom, im Theater und bei Festmählern. Um 100 v. Chr. gab es bereits Wettspiele in Griechenland.
Sogar Kaiser Nero spielte (schlug) sie in der Hälfte des 1.Jhd. v. Chr.
Erst im 10.Jhd. gibt es die Orgel in der Kirche, liturgisch anerkannt ist sie dort erst seit dem 14.Jhd.

SZ

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